Wir sind eine offene Gruppe Frauen, verschiedenen Alters, und wir treffen uns 4-5mal im Jahr an einem Samstag von 9-12Uhr (es kann auch etwas später werden, je nachdem wie viel es noch zu Reden gibt). Wir behandeln verschiedene Themen, die uns Frauen interessieren und bewegen. Anschließend sitzen wir gemütlich an einem schön gedeckten Tisch zusammen und reden und tauschen uns aus.

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„Fair“ ein Thema nicht nur für den Weltgebetstag 2017

Am Samstag, den 18.02.2017 fand unser erstes Frauenfrühstück in diesem Jahr statt.
Wie immer hatte es das Thema des Weltgebetstages, der am 1. Freitag im März gefeiert wird. Dieses Jahr stand alles unter dem Motto „Was ist fair?“ und war von den Frauen aus den Philippinen vorbereitet worden.
Begrüßt wurden alle Frauen schon im Foyer mit einem Mango-Drink, dann begaben sich alle in den Gemeinderaum. Bei einer Diashow wurde über das Land selbst, die Philippinen, berichtet. Während dessen lief im Hintergrund auch Musik, schöner Lobpreis und philippinische Lieder, die auch von den Philippinerinnen vorbereitet worden war.
Martina Purrer hat viele verschiedene Wörter einzeln auf ein Blatt Papier geschrieben und die Vorsilbe Ver durch das Wörtchen Fair ersetzt. Absolut überraschend, wie sehr sich dadurch so gewöhnliche Worte wie Verstehen (Fair-stehen!) oder Versprechen (Fair-sprechen!) verändern (fair-ändern!). Es wurde darüber gesprochen, was jede einzelne aus diesen Worten heraus lesen kann. Wie diese Worte wirken.
In der Zwischenzeit habe ich in der Küche wunderbar schmackhafte philippinische Speisen zubereitet. Das ist eines der Dinge, das mir am meisten Freude macht, dieses Hinein schmecken in andere Länder und Kulturen.
Jetzt kommt noch eine Teilnehmerin zu Wort, die zum ersten Mal dabei war:

Zu Beginn des FF wurde die Frage in die Runde gestellt „Was ist fair?“ und wir begannen uns vor allem über faire bzw. nicht faire Lebensmittelproduktion und über den westlichen wie den traditionellen Anbau in den Philippinen auszutauschen.

Was mich jedoch tief berührte und bewegte, waren die verschiedenen abgewandelten Worte wie z. B. „fair – gleichen“, „fair – trauen“, „fair – geben“, „fair – lieben“,… welche nach der Austauschrunde in unserer Mitte auf dem Boden ausgelegt wurden, mit der Aufgabe, sich eines der Worte auszusuchen und seine Gedanken diesbezüglich mit den anderen zu teilen. Aus „vergeben“ wurde „fair – geben“. Ist es fair, was ich gebe? Ob Geld für ein Lebensmittel oder meine Einstellung, mich in dieser Welt zu investieren? Ist es fair, wenn ich vergebe? Für mich, für andere? Kann ich vergeben, auch wenn es absolut unfair ist, was ich vergebe? … Beim Schreiben dieser Zeilen entsteht erneut ein Feuerwerk und das alles „nur“ wegen dem kleinen, aber feinen Wort „fair“…
Was macht dieses Wort „fair“ mit Ihnen?
Mich hat es wachgerüttelt, mir gezeigt, wie wichtig die Bedeutung unserer Worte im Alltag ist und wie sehr das Wort „fair“ z. B. das Wort „vergleichen“ zum Positiven verändern kann. Interessant und absolut bereichernd waren die jeweiligen Gedanken einer jeden einzelnen Frau zu „ihrem“ ausgewählten Wort. Erstaunlich, wie viel das Wort „fair“ beinhaltet, wie sehr es verändert… Wir müssen und können die Welt, unser Umfeld und uns selbst nicht auf einmal und im Großen verändern, aber wir können…, ich kann mit nur einem Schritt beginnen, einen Unterschied zu machen und das wiederum wird sich auch auf alles Große auswirken. Denn unser Herr, der Gott der Bibel, verspricht uns, dass wir Großes vollbringen werden, WENN wir im kleinen treu sind. Also, es beginnt im Kleinen, wie erleichternd und Mut machend anzufangen, im Alltag „fair“ zu werden, „fair“ zu sein. Ich muss und kann nicht alles teuer im Bioladen und fair kaufen, aber ich kann z. B. einen fairen Preis für meine tägliche Milch bezahlen oder z. B. darauf achten, woher der Salat kommt, den ich JETZT essen möchte und mir dann Gedanken darüber machen, ob mein „ich will JETZT“ fair ist, oder ob ich besser auf das zurück greife, was Gott in der jetzigen Saison hat wachsen lassen…?
Mich persönlich hat am meisten das Wort „fair – lieben“ angesprochen. Warum? Weil ich glaube, dass das Wort LIEBE genau das „Fair sein“ beinhaltet. Alles, was das Wort „Liebe“ für sich missbraucht, ausbeutet, nachträgt und Machtspiele spielt, ist keine LIEBE!

Zurück zur Eingangsfrage „Was ist fair?“ – Gott hat uns, wie ich finde, in seinem Wort eine geniale Definition dafür gegeben. Denn wenn wir fair leben, leben wir im Einklang mit Gottes Schöpfung und das ist fair.

„Liebe hat Geduld. Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläht sich nicht auf; sie ist nicht taktlos und sucht nicht sich selbst; sie lässt sich nicht reizen und trägt Böses nicht nach; sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Sie erträgt alles; sie glaubt und hofft immer. Sie hält allem stand.“ 1. Korinther 13, 
In diesem Sinne, kommen Sie doch mit auf die (Wort-) Reise und bauen Sie das kleine Wort „fair“ in Ihrem Alltag ein…!? Wir dürfen gespannt sein, was es verändert und uns darauf freuen, wie Kleines Großes in Bewegung setzt – und Bewegung heißt „Fair – änderung“!
Segensreiche Grüße
Sabrina Ruhani
In diesem Sinne, wäre schön, wenn auch Sie im nächsten Jahr dabei wären.
Herzliche Grüße, Ruhani Gitte